Oft muss ein Feature erst eine Weile verwendet werden, bevor man versteht, wie es eigentlich umgesetzt sein sollte. Jüngestes Beispiel: Die Musterformulare auf unserer Online-Formularplattform.

Warum überhaupt Musterformulare?

Musterformulare waren von Anfang an ein oft nachgefragtes Feature in DIE ANMELDUNG. Wir haben sie daher bald nach dem Launch implementiert. Die Umsetzung war, basierend auf der schon vorhandenen Druckansicht für ausgefüllte Formulare, schnell erledigt, die Kunden zufrieden – alles gut also?

Wir waren uns nicht sicher. Also haben wir die folgenden Monate genutzt, um Erfahrungen zu sammeln: Wann werden Musterformulare angefordert? Wofür werden sie verwendet?

Was wir dabei gelernt haben: Unsere Kunden brauchen Musterformulare …

  • … zur Kontrolle eines Formulars (Vollständigkeit, Wording, …) vor der Freigabe.
  • … als Vorabinformation an jene Personen, die ein Formular ausfüllen werden.
  • … zur Archivierung eines Formulars, bevor es bei Projektende gelöscht wird (auch, um es als Grundlage für ähnliche Formulare in der Zukunft verwenden zu können).

Unter diesen Aspekten betrachtet hat die ursprüngliche Lösung für Musterformulare – als „Druckansicht eines leeren Formulars“ – einige Nachteile. Zeit für Verbesserungen!

Auswahlfelder

Auswahlfelder wurden bisher als normale (leere) Felder angezeigt. Sinnvoll für die Druckansicht eines ausgefüllten Formulars, weniger praktisch für ein Musterformular. Die neuen Musterformulare zeigen daher stattdessen eine Liste aller Auswahlmöglichkeiten – damit ist auf einen Blick klar, dass es sich um Auswahlfelder handelt, und welche Optionen zur Verfügung stehen.

Ein Auswahlfeld in einem alten Musterformular …
Ein Auswahlfeld in einem alten Musterformular …
… und dasselbe Feld in einem neuen Musterformular.
… und dasselbe Feld in einem neuen Musterformular.

Hinweistexte

Diverse nur für das Ausfüllen relevante Hinweistexte werden in der Druckansicht ausgeblendet. Damit waren sie aber auch in den Musterformularen nicht verfügbar. Die neuen Musterformulare enthalten jetzt alle Hinweistexte aus dem Formular.

Ausfüllhinweise waren in alten Musterformularen nicht sichtbar, …
Ausfüllhinweise waren in alten Musterformularen nicht sichtbar, …
… in neuen Musterformularen hingegen schon.
… in neuen Musterformularen hingegen schon.

Abhängige Felder

Abhängige Felder sind nur dann sichtbar, wenn in anderen Feldern bestimmte Angaben gemacht wurden. Ein Formular kann zum Beispiel ein Feld „Partnerschule“ enthalten, das nur angezeigt wird, wenn man „Wird das Projekt schulübergreifend durchgeführt?“ mit „ja“ beantwortet.

In den leeren Musterformularen sind die Bedingungen für abhängige Felder nie erfüllt, diese Felder waren daher unsichtbar. Die neuen Musterformulare zeigen abhängige Felder hingegen immer an:

Bei schulübergreifender Führung gibt es ein Feld zur Angabe der weiteren Schulen. In alten Musterformularen war dieses Feld ausgeblendet, …
Bei schulübergreifender Führung gibt es ein Feld zur Angabe der weiteren Schulen. In alten Musterformularen war dieses Feld ausgeblendet, …
… in den neuen Musterformularen ist es hingegen sichtbar.
… in den neuen Musterformularen ist es hingegen sichtbar.

Zusammenfassung: Musterformulare vs. Druckansichten

Grundsätzlich macht es Sinn, dass Musterformulare auf den Druckansichten basieren: Genau wie diese müssen sie übersichtlich ausgedruckt sowie als PDF abgespeichert werden können.

Die inhaltlichen Anforderungen unterscheiden sich aber: Während die Druckansicht eine effiziente Darstellung des fertig ausgefüllten Formulars sein soll, müssen Musterformulare das Formular in all seinen Aspekten möglichst vollständig abbilden. Nur dann können sie ihre Aufgaben (Kontrolle, Vorabinformation, Archivierung) wirklich gut erfüllen.

Fazit: Features brauchen oft einen zweiten Anlauf

Hätten wir die Musterformulare gleich von Anfang an so umsetzen können? Aus technischer Sicht natürlich – aber inhaltlich war damals weder uns noch unseren Kunden wirklich klar, wofür Musterformulare verwendet werden (können).

Ausnahme? Im Gegenteil – unserer Erfahrung nach ist das sogar eher die Regel. Das ursprüngliche Konzept für ein Feature geht oft am eigentlichen Bedarf vorbei. Wann immer möglich versuchen wir daher, Features zunächst in einfacher Form umzusetzen, Erfahrungen damit zu sammeln, und sie später, in einem zweiten Schritt, zu perfektionieren.


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